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Aufwandschätzung bei einem Migrationsprojekt

 
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dasma
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BeitragVerfasst am: 13 Jul , 2004 09:51    Titel: Aufwandschätzung bei einem Migrationsprojekt Antworten mit Zitat

(Fragestellung von Hr. Darkow)

Und wie verhält es sich mit der Aufwandschätzung bei einem reinen Migrationsprojekt (z.B. SAP R/3 auf mySAP?) als Weiterentwicklungsprojekt?


Zuletzt bearbeitet von dasma am 14 Jul , 2004 08:02, insgesamt 2-mal bearbeitet
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dasma
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BeitragVerfasst am: 13 Jul , 2004 09:55    Titel: Antworten mit Zitat

Das Problem bei Releases von SAP ist, dass SAP nicht bekannt gibt, welche funktionalen Änderungen bei den Releases vorgenommen wurden. Da der vorherige Stand nicht mit FPs gezählt wurde, kann hier nur helfen, den neuen Stand komplett neu zu zählen. Falls jemand selbst SAP weiterentwickelt, muß er natürlich bei jedem SAP Release neu anpassen. Ob der Aufwand leistbar ist, weiss ich nicht. Vor eigener Weiterentwicklung von SSW wird eben wegen der Releaseproblematik immer gewarnt. Im Prinzip sind die FPs natürlich zählbar, mit den Abstrichen: Neuzählung nach jedem Release, Datenmodell nicht transparent, also nur die angefassten Daten zählbar (statt sauber die ILFs). Funktionalität nicht (komplett) bekannt, deshalb sinnvollerweise nur direkt angafasste Funktionalität zählen - damit nicht mit Standard FPs vergleichbar - aber eine eigene Metrikbasis darauf aufbereitbar. Interessant wäre ein entsprechendes Forum zum Austausch der Daten zwischen den Unternehmen (DASMA, ISBSG, GI Fachgruppe SW-Metriken,....)
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dasma
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BeitragVerfasst am: 13 Jul , 2004 10:04    Titel: Antworten mit Zitat

Fragestellung von Hr. Darkow:
Gerade bei KMUs wird sich nur der behaupten können, der sich neben dem
operativen Denken auch stärker strategisch orientiert (agieren statt
reagieren), wobei hier (egal in welcher Branche) das Vertrauen und die
Transparenz in die eigene IT ein wichtiger Rückhalt darstellt und 1:1 mit
der gesamten Unternehmensstrategie einhergeht. Um dies zu ermöglichen sollte die IT Transparenz und Flexibiltät zeigen. Die dazu nötigen Bewertungen von (meist standardisierte)eingesetzten Businessanwendungen und was sie für das Unternehmen an Funktionalität leisten (könnten und werden) scheint ein wichtiger und vergleichbarer Punkt (neben den Kosten) zu sein.

Ist in diesem Zusammenhang (also vorwiegend für die Beschreibung von SSW statt Entwicklungsprojekten) generell die Function Point Analyse ein
adäquates Mittel, was sich auch durchsetzten könnte? denn letztlich steht ja immer die Frage im Raum : "Was bringt mir das Ganze? und steht der Nutzen auch dann mit dem Aufwand im richtgen Verhältnis?!!"
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dasma
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BeitragVerfasst am: 13 Jul , 2004 10:07    Titel: Antworten mit Zitat

Die Function Point Analyse (IFPUG oder COSMIC Full FP) ist mit Sicherheit ein adäquates Mittel um den funktionalen Umfang auch von SSW und Customizing Projekten zu messen. Wenn man Produktivitätsmessung machen will, kommt man garnicht darum herum.
Die Function Point Methode hat sehr viel Zusatznutzen bezüglich der Qualität der SW-Entwicklung und -Dokumentation und erlaubt z.B. durch Regressionsanalysen ab ca. 15 - 20 Zählungen frühe Schätzungen mittels FP Prognosen (bereits vor dem Fachkonzept nutzbar) in homogenen Entwicklungsumgebungen zu entwickeln. Die Dokumentation der Zählung ersetzt die oft nicht vorhandene Fachdokumentation (Beschreibung der Funktionalität aus Benutzersicht). Das Bild mit den Systemgrenzen findet als Architekturdiagramm Wiederverwendung. Und der Umfang von Änderungen/Changes kann daraus unmittelbar abgelesen werden. Das
sind oft ungeheure Qualitätssteigerungen und Beschleuniger. Ob dieser Nutzen den (geringen, Literaturwert 1 - 3% der Projektkosten) Aufwand rechtfertigt, kann jeder selbst ausrechnen.
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odarkow



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BeitragVerfasst am: 25 Jul , 2004 17:07    Titel: Antworten mit Zitat

Sie sprechen hier die COSMIC FFP-Analyse an - wie sind denn die allgemeinen praktischen Erfahrungen diesbezüglich? dieser Standard - zertifiziert im Jahr 2003 - ist ja noch sehr neu und vermutlich warten viele Unternehmen hier ab, neben der IFPUG Zählweise noch die Cosmic FFP-Analyse zu implementieren.

Nochmal zum Thema Customizing und SSW: Die fehlende Fachdokumentation die Sie ansprachen, ist sicherlich ein interessanter Mehrwert, der durch die FP-Analyse geschaffen werden kann. Bei Customizing-Projekten stelle ich es mir aber bei bestimmten Teilen im Vorfeld der Umsetzungsphase als durchaus schwierig vor, bestimmte neue Logiken aus "Benutzersicht" einzuschätzen. Ebenso ist die Komplexität (bei z.B. SAP-Masken/Transaktionen) derart hoch, dass ich jedesmal die Einteilung DET's und RET's "sehr hoch" bei diesen Transaktionen wählen könnte (so ändern sich die DET's zum Beispiel von 45 auf 55). Wie ist denn diesbezüglich ihre Erfahrung aus dem Pilotprojekt, dass Sie durchgeführt haben? Spiegelt denn zum Beispiel die Detaillierung "Transaktion" (wie sie auch in dem von mir angegeben Artikel von www.totalmetrics.com eingeteilt wurden) den Fachinhalt adäquat wider? Waren Ihre Ergebnisse aus dem Pilotprojekt für Sie allgemein zufriedenstellend?

"Das
sind oft ungeheure Qualitätssteigerungen und Beschleuniger. " in welchen Dimensionen sprechen wir hier?
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Manfred Bundschuh



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BeitragVerfasst am: 26 Jul , 2004 12:20    Titel: Antwort Teil COSMIC FFP Antworten mit Zitat

Sehr geehrter Herr Darkow,

die COSMIC Full Function Points (FFP) sind zwar relativ jung, aber vor der Einführung durch ein zahlreiches Consortium (COSMIC) von Firmen weltweit getestet und validiert worden (was bei den anderen Function Point Mthoden nicht der Fall war).

Dadurch stand auch von Anfang an eine Erfahrungsdatenbank mit gemessenen Projekten zur Verfügung (derzeit auch über 66 FFP Projekte in der ISBSG Datenbank).

Neben den weiteren Vorteilen (siehe Vergleich IFPUG/FFP in meinem Buch, S. 355 f.) führt das dazu, dass ich jedem, der funktionale Umfangmessung neu einführt, eher FFP als IFPUG empfehlen würde.

Umsteigen auf FFP bedarf natürlich genauer Aufwandbetrachtungen und damit würde ich warten, bis COSMIC Umrechnungsformeln IFPUG/FFP zur Verfügung stellt (derzeit dort in Arbeit).

Parallel beide Methoden anwenden würde ich nur zum Gewinnen solcher Umrechnungsformeln empfehlen, das können sich sonst nur akademische Institutionen leisten, in der Regel keine im Wettbwerb stehenden Firmen.

Gruß, Bundschuh
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Manfred Bundschuh



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BeitragVerfasst am: 26 Jul , 2004 12:30    Titel: Antwort Teile Transaktion und Komplexität sowie Dimensionen Antworten mit Zitat

Hallo Herr Darkow,

zu Ihrer Frage wegen Erfahrungen aus dem Pilotprojekt (ich war an der Zählung nicht beteiligt, habe nur Protokoll und Präsentation zur Verfügung) bezüglich Komplexität und Detaillierung Transaktion sind mir keine Antworten möglich. Kann dazu jemand aus dem Leserkreis dieser Diskussion beitragen ?

Zur Frage nach den Dimensionen von "oft ungeheuren Qualitätssteigerugen und Beschleunigern" (so provokant von mir formuliert): ungeheuer bezieht sich auf eine Stand von vorher nichts vorhanden im Unternehmen. Ansonsten sind dies nicht direkt quantifizierbare Nutzenaspekte, die ein Unternehmen - ausgehend vom aktuellen hausinternen Zustand - selbst in der Größenordnung abschätzen muß.
Gruß, Bundschuh

Gruß Bundschuh
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Manfred Bundschuh



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BeitragVerfasst am: 26 Jul , 2004 12:43    Titel: Antwort Teil Fachdokumentation neue Logiken Antworten mit Zitat

Hallo Herr Darkow,

es ist eigentlich nicht möglich, die neuen Logiken aus Benutzersicht vollständig zu zählen, denn selbst bei hervorragender Kenntnis des Anwendungssystems (selbst wenn Fachbereich und IT Spezialist zusammen beim zählen helfen) sind beim Customizing den Zählenden nicht alle Geschäftsvorfälle bekannt, d.h. die Zählung kann niemals vollständig sein. Teilweise wird ja im Fachbereich customized, was die IT Anwendungsentwicklung nicht unbedingt mitbekommt.

Außerdem werden bei vielen Geschäftsvorfällen (GeVos) Standard-Funktionen gezählt (ca. 80% bis 90%). Dadurch gehen die fachlichen Funktionen unter. (Standardfunktionen müssen laut Empfehlungen in der Literatur bei jedem GeVo gezählt werden). Deshalb müsen Standards für die Zählung von Standardfunktionen entwickelt werden. Ist jemandem aus dem Leserkreis dahingehend etwas bekannt ???

Gezählt werden kann also wirklich nur das, was direkt angepackt wurde. Und davon ist auch das Datenmodell nicht bekannt, sodass nur die angepackten bzw. sichtbaren Datenfelder gezählt werden können.

Gruß, Bundschuh
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